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Angefangen hat für Niklas Schütrumpf (17) alles mit einer schlichten Hausaufgabe. Für das Fach Solartechnik. Den Stromzähler zuhause musste der TBS1-Schüler eine Woche lang im Auge behalten und dabei die Zählerstände dokumentieren. „Wir sollten dadurch ein Gefühl für die Verbräuche zu verschiedenen Tageszeiten, für die Kilowattstunde überhaupt bekommen“, erzählt er. Dem Lehrer die Hausaufgaben in bloßer Papierform vorzulegen, war dem angehenden Informationstechnischen Assistenten allerdings doch ein bisschen zu schnöde.

 

Deswegen entwickelte und baute er gleich einen Adapter, der auf die Scheibe des Stromzählerkastens „geklebt“ werden kann. Niklas Schütrumpf: „Das Herzstück ist eine Platine, eine elektronische Schaltung. Sie nimmt die rote Farbmarkierung auf der Zählerscheibe wahr, setzt diese in computerlesbare Signale um und misst so die Anzahl der Kilowattstunden.“

 

Niklas Schütrumpf (r.) begeisterte seinen Mitschüler Mehmet Esvet (l.) für die Teilnahme an einem Workshop außerhalb des Unterrichts.

 

Die Platine hatte der 17-Jährige innerhalb einer Woche mit allen dazugehörigen Widerständen, LEDs und Transistoren geätzt und fertiggelötet. Dann schaltete er einen Einplatinencomputer hinzu. „Der Raspberry Pi verarbeitet die digitalisierten Signale der Zählerscheibe und stellt eine Netzwerkverbindung her.“ Und auch die passende App für das Smartphone, die die am Stromzähler abgelesenen Stromverbräuche genau und anschaulich anzeigt, tüftelte Niklas Schütrumpf alleine aus. Um schließlich die ganze verbraucherfreundliche Soft- und Hardware - mal eben - als Ergebnis seiner Hausaufgabe im Solartechnik-Unterricht an der Technischen Beruflichen Schule 1 (TBS 1) vorzustellen. Seine Mitschüler jedenfalls staunten nicht schlecht - und ließen sich direkt von Niklas‘ Erfindungsgeist und der Technikbegeisterung anstecken. „Das Ganze bekam dann schnell eine Eigendynamik“, erzählt Lehrer Wolfgang Rode, der die besagte Hausaufgabe auf den Weg brachte. „Die Mitschüler in der Klasse wollten einfach wissen, wie’s geht. Also haben wir mit Niklas als Tutor einen Workshop organisiert.“ Der fand - außerhalb des Unterrichts – an zwei Nachmittagen statt. Der TBS1-Förderverein finanzierte die Bauteile für eine Sammelbestellung vor, dann ging man in Serie: Nach dem von Niklas Schütrumpf vorgelegten Platinenplan löteten und bauten hier zahlreiche Schüler und auch Lehrer so manche Messschaltung zusammen. Weiteres Know-how, etwa zur Programmierung des Einplatinencomputers oder zur Schaltungsdimensionierung, eignete man sich zudem - fächerübergreifend – in den Fächern Datenbanken und Elektrotechnik an.

Schön, wenn Technikbegeisterung und Freude an informations- und elektrotechnischer Tüftelei auf diese Weise Schule machen. Demnächst will man mit dieser Technik per App den Ladezustand der TBS1-Elektrofahrzeuge am Ostring überwachen.