Drucken
Hauptkategorie: Nachrichten
Zugriffe: 4333

Auch in diesem Jahr besuchte wieder eine Gruppe spanischer Austauschschüler in Begleitung ihrer Lehrer die TBS 1, um mit unseren chemisch-technischen Assistenten zusammenzuarbeiten und voneinander zu lernen. Natürlich steht dabei neben dem fachlichen Arbeiten im Labor auch der persönliche Erfahrungsaustausch auf dem Programm.
2014 SpanierDieses begann am Sonntagabend, als spanische und deutsche Schüler sich zum Eislaufen und Plaudern in der Eishalle des Herner Eissportvereins (HEV) trafen. Nachdem das Eis gebrochen war, unterhielten sich die Schüler auf Spanisch, Deutsch und vor allem Englisch bei Kuchen und Waffeln in geselliger Runde.

Nach einer Tour in der Fiege-Brauerei, einer Schnitzeljagd durch Bochum und dem Besuch des Bermudadreiecks am Montag begann am Dienstagmorgen die Arbeit in den Laboren, wo die Schüler an einem internationalen Bildungsprojekt arbeiteten.

Kernherausforderung während dieses Projektes war einer der ältesten biotechnologischen Prozesse überhaupt, dessen frühesten Zeugnisse aus dem alten Ägypten der Pharaonen stammen: die Bierherstellung. Einen besseren Auftakt als einen Besuch der Privatbrauerei Moritz Fiege hätten sich die jungen Chemiker kaum wünschen können. Unter der fachkundigen Leitung von Holger Kittler, Leiter des Qualitätswesens des Bochumer Traditionsbetriebs, wurden die biochemischen Reaktionen im Produktionsablauf unter die Lupe genommen. Zwar handelt es sich hierbei gänzlich um natürliche Prozesse der Hefen und Enzyme, doch ist es die Aufgabe des Braumeisters diese so zu beeinflussen, dass das sensorisch gewünschte Endprodukt schließlich zum Kunden gelangt. Für die spanischen und deutschen Schüler war der bereits erwähnte Besuch der Brauerei eine spannende Reise durch die Welt der Amylasen, Proteasen, Humulone, Maltosen, Ester, Diketone... und endete schließlich über den Dächern Bochums bei einer Currywurst in der Zirbelstube.

Das Gelernte konnte von den Nachwuchswissenschaftlern im modern ausgestatteten Ausbildungslabor der TBS1 an den folgenden Tagen zur Anwendung gebracht werden. Mit präzisen analytischen Verfahren wurden unter anderem die Gärprodukte verschiedener Biere bestimmt, der Gehalt an Mineralstoffen und Schwermetallen in Brauwasser und Bier untersucht sowie jeglicher Gerstensaft mikrobiologisch getestet. Das Fazit der Forscher: „Das Brauwasser von Fiege und sämtliche untersuchten Biere waren ohne jede Beanstandung. Der Gehalt an Nitrat war sogar so niedrig, dass dieser den hohen Ansprüchen an Säuglingsnahrung gerecht würde."
2014 Pamplona Labor1Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen präsentierten die internationalen Arbeitsgruppen den Projektteilnehmern – natürlich wieder auf Englisch, der Sprache unserer globalisierten Welt.
Neben der Arbeit im Labor und den kulturellen Bildungsangeboten war es den Organisatoren dieses Schüleraustauschs auch in diesem Jahr wieder ein besonderes Anliegen vor dem Hintergrund der katastrophalen Lage auf dem spanischen Arbeitsmarkt - insbesondere für Jugendliche - , Raphaela Otto und Sabine Rösler-Wild von der Bundesagentur für Arbeit einzuladen, damit diese den spanischen Schülern Möglichkeiten des Arbeitens und Lebens in Deutschland aufzeigen. Neben allgemeinen Informationen zur Struktur des deutschen Arbeitsmarkts und Verdienstmöglichkeiten in der Chemiebranche stellte Frau Otto viele Internetseiten vor, die es interessierten Schülern ermöglichen sollen, freie Stellen zu finden und sich zu bewerben. Dieses Aufzeigen von Möglichkeiten zur Gestaltung der eigenen Zukunft in Deutschland wurde von den spanischen Schülern mit großem Interesse und Dankbarkeit aufgenommen und es passt gut zu dem im vergangenen Jahr von der Bundesregierung mit Spanien geschlossenem Ausbildungsabkommen, das es jungen Spaniern ermöglicht, ihre berufliche Ausbildung in Deutschland zu absolvieren.
2014 Pamplona GruppeAm Donnerstagabend folgte dann die Abschlussfeier. Deutsche Snacks und im Labor erzeugter fermentierter Gerstenextrakt sorgten für das leibliche Wohl aller Anwesenden und versüßten den bitteren und viel zu zeitigen Abschied, der in diesem Jahr einen Tag eher kam als im letzten.