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Hauptkategorie: Nachrichten
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Nicht nur die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Besuch aus Spanien, auch die Chemieabteilung der TBS 1 freut sich über elf Schülerinnen und Schüler sowie ihre Betreuerin Rosa Caballero aus Pamplona, die im Rahmen der Schulpartnerschaft in Bochum weilen. Schwerpunkt der Begegnung der spanischen und deutschen Auszubildenden sind die gemeinsame Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen und die praktische Arbeit im Chemielabor. „In diesem Jahr nehmen unsere Nachwuchswissenschaftler Genussmittel analytisch unter die Lupe.", erklärt Dr. Ingo Tausendfreund, Leiter der CTA-Ausbildung an der TBS 1. „Sie arbeiten dafür in internationalen Teams und bestimmen in den erst jüngst eingeweihten Laboratorien der TBS1 wertvolle Mineralien und giftige Schadstoffe in Getränken." Am Mittwoch, dem 06.02.2013, stand nun eine Veranstaltung auf dem Programm, die im Hinblick auf den Besuch des spanischen Präsidenten Mariano Rajoy einen aktuellen politischen Bezug aufweist.

2013_Pamplona_AustauschDenn in Spanien sieht die Arbeitsplatzsituation für Jugendliche in Folge der Finanzkrise finster aus. Ca. 50 % aller Jugendlichen haben dort keine Arbeitsstelle. Und während die deutsche Kanzlerin ankündigt, prüfen zu lassen, inwieweit die europäische Arbeitsvermittlung zur Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit in Spanien beitragen könne, werden an der TBS 1 bereits konkretere Schritte unternommen.

So entsandte die Bundesagentur für Arbeit ihre zwei Mitarbeiterinnen Sabine Rösler-Wildt und Raphaela Otto, die die Schüler über ihre Möglichkeiten informierten, sich in Deutschland auf Arbeits- und Praktikumsstellen zu bewerben. Nach Hinweisen auf allgemeine Anlaufstellen im Internet wie Jobbörsen, erläuterte Raphaela Otto von der ZAV (Zentrale Auslands- und Fachvermittlung, Bundesagentur für Arbeit), welche Voraussetzungen die Schüler für eine erfolgreiche Bewerbung erfüllen müssen, wie Bewerbungen in Deutschland aussehen, was bei Vorstellungsgesprächen zu beachten ist und in welchen Regionen Deutschlands eine starke Chemieindustrie zu finden ist.

Die elf spanischen Jugendlichen hörten aufmerksam zu und zeigten am Ende reges Interesse, die Angebote nach Möglichkeit wahrzunehmen. Birgit van den Berg, Leiterin der Auslandspartnerschaften an der TBS 1, bot weitere Hilfen an, z.B. beim Korrigieren von Bewerbungsschreiben. Auf spanischer Seite hätte die betreuende Lehrerin Rosa Caballero die beiden Vortragenden am liebsten gleich mit nach Spanien genommen, um auch den daheimgebliebenen Schülern die Informationen über Möglichkeiten des Lebens und Arbeitens in Deutschland zukommen zu lassen.

Ob aus dieser Informationsveranstaltung konkrete Ergebnisse folgen, wird die Zukunft zeigen. Wichtig war es aus Sicht der Schule auf jeden Fall, diesen ersten Schritt zu gehen, um den Jugendlichen aus Spanien zu zeigen, dass Europa ihnen Chance bietet, die sie nutzen können, und dass es auch in Deutschland Menschen gibt, denen das Schicksal ihrer Nachbarn am Herzen liegt. Ganz so also, wie es sich für eine europäische Familie gehört und wie es sich wohl auch Kanzlerin Merkel und Präsident Rajoy wünschen.