Bedeutung der Chemie für Deutschland

Die chemische und pharmazeutische Industrie ist ein bedeutender Konjunkturmotor Deutschlands: Ca. 460.000 Beschäftigte erwirtschaften jährlich mehr als 210.000.000.000 € Jahresumsatz (Quelle: Chemiewirtschaft in Zahlen, 2016, VCI). Dabei gilt es, höchste Produktqualität bei optimaler Produktivität unter Einhaltung strenger Umweltauflagen und maximaler Arbeitssicherheit zu erzielen. Diese ambitionierten Ziele können nur mit qualifizierten Mitarbeitern erreicht werden, wie sie an der Fachschule für Chemietechnik der TBS1 ausgebildet werden.

 

 

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Ziel der Weiterbildung

Schon in den 60er Jahren entstand die Fachschule für Chemietechnik an der TBS1 in Bochum. Seitdem hat sich die industrielle Landschaft und damit der Arbeitsmarkt im Ruhrgebiet deutlich gewandelt. Geblieben ist jedoch der Bedarf an selbständig- und interdisziplinär agierenden, kompetenten Technikern, die als Labor- oder Produktionsleiter im mittleren Management wesentlich für den Erfolg ihres Unternehmens oder Instituts verantwortlich sind. Auf den aktuellen Bedarf von Wirtschaft, Forschung und Verwaltung hat sich das Lehrerteam der TBS1 eingestellt und die Lehrpläne der angehenden Chemietechniker entsprechend ausgestaltet. Den Fachhochschulen wird oft das Lob ausgesprochen, im Gegensatz zu den Universitäten nah an der beruflichen Praxis zu sein. Die Fachschule für Technik geht sogar noch einen Schritt weiter: Sie qualifiziert mitten in der Praxis, denn ihre Studierenden kommen aus dem Beruf und wissen daher, wovon sie reden!

 

 

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Zulassung und Anmeldung zur Fachschule für Chemietechnik

Wer über eine abgeschlossene (Chemie-)Ausbildung mit Berufsschulabschluss und mindestens 12 Monate Berufserfahrung verfügt, kann in die Fachschule für Chemietechnik an der TBS1 aufgenommen werden. Abweichend kann aufgenommen werden, wer eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens fünf Jahren nachweist. Hierauf kann der Besuch einer einschlägigen Berufsfachschule angerechnet werden.

Der Anmeldung sind beizufügen:

  • Lebenslauf mit Angaben über den Bildungsweg

  • aktuelles Lichtbild

  • Kopie des Berufsabschlusszeugnisses

  • Kopie des Facharbeiterbriefes

  • Nachweis über die beruflichen Tätigkeiten

 

Der offizielle Anmeldezeitraum ist im Februar eines jeden Jahres. Über die genauen Termine wird zeitnah auf der Startseite der TBS1 unter www.tbs1.de informiert. Bewerbungsanfragen sind per E-Mail an fs-chemietechnik@tbs1.de jederzeit möglich. 

 

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Studium und Abschluss

Die Weiterbildung geht in Vollzeitform über zwei und in Teilzeitform über vier Jahre. Während in der Vollzeitform wöchentlich ca. 30 Stunden Unterricht erteilt werden, erhält die Teilzeitform an drei Tagen pro Woche von 17:45 bis 21:00 Uhr Abendunterricht. Zudem wählen die Studierenden der Fachschule einen inhaltlichen Schwerpunkt für die Weiterbildung. Dieser Schwerpunkt ist entweder im Bereich der Produktion angesiedelt und wird als „Betriebstechnik“ bezeichnet oder das Hauptaugenmerk liegt auf der Arbeit im Labor, dann lautet der Zusatz „Schwerpunkt Labortechnik“. Am Ende der Weiterbildung findet eine Examensprüfung statt. Nach Bestehen dieses Examens führen die Absolventinnen und Absolventen die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfte Technikerin/staatlich geprüfter Techniker Fachrichtung Chemietechnik“ mit der Ergänzung "Schwerpunkt Betriebstechnik" oder "Schwerpunkt Labortechnik". 

 

Die Bildungsgangkonferenz der Fachschule für Chemietechnik legt immer zu Beginn des Schuljahres fest, ob das Fachschulexamen durch drei schriftliche Arbeiten oder durch zwei schriftliche Arbeiten und eine praktische Prüfung abgelegt wird.

 

Für die optionale Fachhochschulreifeprüfung hat die Bildungsgangkonferenz das Differenzierungsfach "Mathematik" festgelegt.

Klicken Sie hier für Zusatzinformationen zum Mathematikunterricht.

 

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Inhalte des Studiums an der Fachschule

Das Fachschulstudium gliedert sich in zwei Abschnitte. Im ersten Abschnitt werden die für das Studium erforderlichen Grundlagen aus der beruflichen Erstausbildung aufgefrischt und dann vertieft. Im zweiten Abschnitt kommt der interdisziplinären Arbeit besondere Bedeutung zu. Hier wird weniger scharf nach Fächern getrennt. Vielmehr werden von den Studierenden komplexe Aufgaben in Lernsituationen bearbeitet, die die Anwendung einer Vielzahl an Kompetenzen unterschiedlicher Fachdisziplinen erforderlich machen. So wundert es auch nicht, dass zwar Fächer wie Kommunikation, Englisch, Mathematik, Politik und Wirtschaftslehre auf dem Stundenplan stehen, nicht jedoch die typischen Chemiefächer wie AC, OC, CT, PC, IA oder die Technikfächer wie MSR, PLT oder PAT. Allerdings finden sich die Inhalte dieser Fächer in den sogenannten Lernfeldern wieder. Diese Lernfelder präsentieren Situationen des beruflichen Alltags – und dieser ist bekanntlich auch nur selten exakt einem Fach zuordenbar. Während im ersten Ausbildungsabschnitt noch deutlich ein geradliniger Bezug des jeweiligen Lernfelds zu einem Fach erkennbar ist, verschwimmen die Grenzen im Laufe des Fachschulstudiums mehr und mehr und die Studierenden lernen über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen und interdisziplinär zu agieren. Nicht nur der Blick über den Tellerrand zeichnet den Chemietechniker aus. Auch ein wesentlicher Perspektivenwechsel vom Mitarbeiter zur Führungskraft wird vollzogen. Die Absolventen übernehmen Aufgaben des mittleren Managements und werden daher unter anderem mit Personalverantwortung, Marketing und Investitionsentscheidungen konfrontiert. Die Lernfelder des betrieblichen Managements und das Fach Wirtschaftslehre bereiten die Studierenden auf diese wichtigen Aufgaben vor.

 

 

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Einzelkämpfertum ist out

Im Beruf gehört die Arbeit mit den Kolleginnen und Kollegen wie selbstverständlich zum Alltag. Doch nicht jeder ist als Teamplayer geboren – viele junge Menschen müssen in diese Rolle hineinfinden. Das Fachschulstudium bietet hierzu eine Menge guter Gelegenheiten. Im Gegensatz zum Studium an einer Universität oder Fachhochschule lernen die Studierenden in der Fachschule für Technik im Klassenverband. Schnell wird dabei deutlich, dass hier viele Menschen mit ganz unterschiedlichen Kompetenzen und Erfahrungen zusammengekommen sind. Dieser Mix stellt die Lehrenden vor eine große Herausforderung, bietet aber dann sehr schnell eine ausgezeichnete Grundlage für Teamarbeit, bei der das Team zusammen stärker ist als die Summe der Einzelspieler. Ein wesentliches Highlight ist in diesem Zusammenhang die Projektarbeit: Ähnlich wie bei einer Bachelor- oder Masterarbeit wird ein Arbeitsauftrag zum Erfolg geführt. Aber eben nicht alleine, sondern in einem Team!

 

 

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Besonderheit des Studiums an der Fachschule für Technik

Viele junge Menschen scheitern im Studium an der Universität oder Fachhochschule. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass es diesen Personen an der nötigen Intelligenz fehlt. Oft ist es die ungewohnte Freiheit des „normalen“ Studiums. Welche Lehrveranstaltung besucht, welches Praktikum absolviert und welche Klausur geschrieben wird, entscheiden die Studierenden allein. Lange Studienzeiten durch aufgeschobene Prüfungen und mäßiger Erfolg sind oft die Konsequenz. An der Fachschule für Technik bietet die Klassengemeinschaft viel Halt, Orientierung und Unterstützung. Viele Studienabbrecher belegen dies, die an der TBS1 die Weiterbildung zum Chemietechniker erfolgreich absolviert haben und jetzt in ihrem Beruf sehr erfolgreich sind.

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Fachschulexamen - eine Empfehlung für Ihre Bewerbung

Bewerbungsphrasen kennt jeder: „Ich bin leistungsstark, teamfähig, motiviert und besitze ein hohes Maß an Durchhaltevermögen.“ Sätze wie diese finden sich in fast jeder Bewerbung – jedoch fehlt oft der Beleg für diese Aussagen. Das erfolgreiche Studium an der Fachschule für Technik ist der erforderliche Beweis. Denn wer seinen Beruf aufgegeben hat, um sich in Vollzeit in zwei Jahren zum Techniker weiterbilden zu lassen oder aber parallel zum Beruf vier Jahre lang abends die Schulbank drückt, liefert den Nachweis für seine Entschlossenheit und Leistungsstärke. Absolventen der Fachschule für Chemietechnik sind in ihrem Beruf überdurchschnittlich erfolgreich und setzen sich in der Regel souverän bei internen und externen Stellenbesetzungen durch.

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Technik, die begeistert

Die TBS1 hat im Jahr 2012 moderne neue Laboratorien erhalten. Die Studierenden der Fachschule für Chemietechnik wenden hier ihre Kenntnisse aus Studium und Beruf in der laborpraktischen Weiterbildung an. Im Bereich der Labortechnik gehört eine umfangreiche Ausstattung mit leistungsstarker Analysentechnik zum Repertoire: AAS, ET-AAS, ICP-OES, FT-IR, UV-VIS, HPLC, IC, GC, GC-MS, LC-MS/MS lassen das Herz (fast) jedes Laboranten höherschlagen. Im Bereich Betriebstechnik begeistern Rührkessel, Strömungsrohre, Wärmetauscher, Extraktions- und Rektifikationsanlagen samt moderner Prozessleittechnik die Studierenden. Bekanntlich wird vieles erst durch Begreifen verstanden...

 

 LC-MS/MS API3200 von AB Sciex

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Eines der vielen instrumentellen Verfahren an der TBS1: LC-MS/MS

 

Weitere Informationen und Kontaktaufnahme

Die hier erhältlichen Informationen sollen nur einen Vorgeschmack auf das geben, was Sie in der Fachschule für Chemietechnik erwartet. Gerne dürfen Sie den Leiter der Fachschule für Chemietechnik, Herrn Dr. Ingo Tausendfreund, unter tausendfreund@tbs1.de kontaktieren. Er beantwortet Ihre Fragen und stellt Ihnen bei einem Treffen in der TBS1 die Chancen und Möglichkeiten des Fachschulstudiums vor. Gerne dürfen Sie auch Ihre Arbeitskollegen von dem Bildungsangebot begeistern.

 

In Bochum wird schon lange keine Kohle mehr gefördert. Dafür aber engagierte junge Menschen!

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Stand: 17.09.2017